Veränderung von Einstellungen

Einstellungen sind relativ stabil, und das sollen sie auch sein, denn sie erleichtern die Orientierung in einer komplexen Welt.
Dennoch ist es notwendig, dass Einstellungen sich im Lauf des Lebens verändern, weil die Umstände sich ändern und es erfordern.

Einstellungen sind umso schwerer zu verändern,
- je starrer sie sind
- je stärker sie verallgemeinern
- je stärker sie emotional geladen sind.

Einstellungsänderungen sind möglich
- durch Vermehrung des Wissens (kognitiv)
- durch Veränderung der Emotion (affektiv)
- durch Verhaltensänderung.

Voraussetzung für eine Einstellungsänderung ist allerdings der Wille dazu. D.h. man muss bereit sein, sich mit dem Einstellungsobjekt zu beschäftigen, sein Wissen darüber zu erweitern und für neue Erfahrungen damit offen sein. Wenn das nicht der Fall ist, besteht die Gefahr, dass die Einstellung zu einem unkorrigierbaren Vorurteil wird.

Manchmal verändern sich Einstellungen automatisch, wenn sich die Umstände ändern und neue Erfahrungen gemacht werden, die eine Einstellungsänderung erforderlich machen.

 

Einstellungsänderung durch Vermehrung des Wissens

Je mehr man über eine Sache, eine Gegebenheit oder eine Person weiß, umso differenzierter wird die Einstellung dazu. Wenn man z.B. einen Menschen, den man immer für arrogant und unnahbar gehalten hat, näher kennen lernt, seine Vorgeschichte, seine Lebensumstände, seine Interessen und Meinungen, kann sich die Einstellung zu ihm verändern. Vielleicht kommt man zu der Erkenntnis, dass er eigentlich schüchtern und zurückhaltend ist, was ihn manchmal arrogant erscheinen lässt. Es kann aber auch sein, dass sich die ursprüngliche Einstellung bestätigt, nun aber durch vermehrtes Wissen stärker begründet ist.

 

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Copyright 2011 Dipl.-Psych. Ingeborg Prändl