Die drei Aspekte einer Einstellung

Jede Einstellung setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen:
1. Was weiß ich über das Wahrnehmungsobjekt?
2. Welches Gefühl habe ich ihm gegenüber?
Daraus ergibt sich:
3. Wie verhalte ich mich ihm gegenüber?

Dies soll an folgendem Beispiel näher erklärt werden:

Einstellung: Herr X.Y. ist nicht vertrauenswürdig.

 

Kognitiver Aspekt

"Kognitiv" bedeutet "das Denken betreffend". Es handelt sich also um die gedanklichen Vorstellungen bzw. das Wissen über das jeweilige Wahrnehmungsobjekt.
Im Beispiel: Ich weiß von Situationen, in denen Herr X.Y. das Vertrauen anderer missbraucht hat.

 

Affektiver Aspekt

"Affektiv" bedeutet "das Gefühl betreffend". Aufgrund meines Wissens über das Wahrnehmungsobjekt habe ich auch eine gefühlsmäßige Beziehung zu ihm (Sympathie, Ablehnung, Angst, Ekel, Bewunderung o.ä.)
Im Beispiel: Ich empfinde Ablehnung und Misstrauen gegenüber Herrn X.Y..

 

Verhaltensaspekt

Aus dem Wissen und der gefühlsmäßigen Beziehung ergibt sich dann auch die Handlungsbereitschaft gegenüber dem Wahrnehmungsobjekt.
Im Beispiel: Ich werde Herrn X.Y. nicht mit vertraulichen Dingen beauftragen, ihm keine Geheimnisse anvertrauen, ihm nach Möglichkeit aus dem Weg gehen.

 

Je nach Einstellungsobjekt oder Situation kann der eine oder andere Aspekt wichtiger oder eher von untergeordneter Bedeutung für die Einstellung sein. Die Einstellung zu Kaffeemaschinen z.B. wird im allgemeinen auf kognitiven (sachlichen) Überlegungen basieren. Gefühle spielen da kaum eine Rolle. Man wird sich eine anschaffen, wenn man es für sinnvoll und notwendig hält. Andernfalls lässt man es sein. Anders bei der Einstellung gegenüber Menschen. Hier spielen emotionale Faktoren, Sympathie oder Antipathie, Respekt oder Geringschätzung, eine wesentliche Rolle für das Verhalten einer Person gegenüber. Entsprechendes gilt auch für soziale Situationen und Gegebenheiten, die mehr oder weniger stark emotional besetzt sein können. Die Einstellung zu Prüfungen z.B. hat sicherlich eine stärkere emotionale Komponente als der tägliche Einkauf beim Bäcker.

 

Diese Seite drucken

Copyright 2011 Dipl.-Psych. Ingeborg Prändl